Ostern: Datum, Bedeutung und die drei österlichen Tage
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Ostern ist das älteste und wichtigste Fest der Christenheit – wichtiger als Weihnachten. Anders als der 24. Dezember hat es aber kein festes Datum. Warum das so ist und was in den Tagen von Gründonnerstag bis Ostersonntag gefeiert wird, zeigt dieser Überblick.

Warum Ostern wandert
Die Regel für das Osterdatum ist rund 1700 Jahre alt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 wollte, dass alle Christen Ostern am selben Tag feiern. Durchgesetzt hat sich eine Formel, die sich bis heute leicht merken lässt: Ostern ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Als Frühlingsbeginn gilt dabei nicht der astronomische Termin, sondern fest der 21. März, und auch der Vollmond wird nach einer kirchlichen Tabelle berechnet, nicht am Himmel beobachtet.
Daraus ergibt sich ein Spielraum von gut fünf Wochen: Frühestens fällt Ostern auf den 22. März, spätestens auf den 25. April. Mit dem Osterdatum verschieben sich auch alle abhängigen Feste – Aschermittwoch, Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam.
Die drei österlichen Tage
Das eigentliche Osterfest beginnt nicht am Sonntag, sondern schon am Gründonnerstagabend. Die Kirche spricht vom Triduum Sacrum, den drei heiligen Tagen, die liturgisch wie eine einzige große Feier verstanden werden.
Gründonnerstag
Am Abend erinnert die Messe vom Letzten Abendmahl an das Mahl Jesu mit seinen Jüngern. Vielerorts wäscht der Priester zwölf Menschen die Füße, wie es das Johannesevangelium erzählt. Danach verstummen Orgel und Glocken; der Volksmund sagt, sie seien „nach Rom geflogen“. Der Altar wird abgeräumt, und viele Gemeinden laden zu einer stillen Nachtwache ein.
Karfreitag
Der Todestag Jesu ist ein strenger Fast- und Abstinenztag. Am Nachmittag, zur überlieferten Todesstunde, feiert die Gemeinde die Karfreitagsliturgie – ohne Eucharistiefeier, mit Passionsbericht, großen Fürbitten und der Verehrung des Kreuzes. In vielen Orten wird zusätzlich der Kreuzweg gebetet.
Karsamstag und Osternacht
Der Samstag ist ein Tag der Grabesruhe ohne Gottesdienst. In der Nacht zum Sonntag aber beginnt die schönste Feier des Jahres. Draußen vor der Kirche wird ein Feuer entzündet und daran die Osterkerze. Der Diakon oder Priester trägt sie in die dunkle Kirche und ruft dreimal „Lumen Christi“ – Christus, das Licht. Nach und nach geben die Mitfeiernden die Flamme an ihre kleinen Kerzen weiter, bis der ganze Raum hell ist. Es folgen das Exsultet, ein alter Lobgesang auf diese Nacht, mehrere Lesungen, das Gloria mit allen Glocken und das Halleluja, das seit Aschermittwoch nicht mehr erklungen ist. In der Osternacht werden traditionell auch Erwachsene getauft.
Die Osterkerze
Die große Kerze trägt ein Kreuz, die griechischen Buchstaben Alpha und Omega als Zeichen für Anfang und Ende sowie die aktuelle Jahreszahl. Fünf Wachsnägel, oft mit Weihrauchkörnern, erinnern an die Wunden Jesu. Die Osterkerze brennt in allen Gottesdiensten der Osterzeit und später bei jeder Taufe und jeder Beerdigung – als Zeichen, dass das Leben stärker ist als der Tod.
Fünfzig Tage Freude
Ostern ist kein Wochenende, sondern eine Zeit. Die Osterzeit dauert fünfzig Tage bis Pfingsten; die liturgische Farbe ist Weiß oder Gold. Der Sonntag nach Ostern heißt Weißer Sonntag, weil die Neugetauften früher an diesem Tag ihre weißen Taufkleider ablegten. In vielen Gemeinden ist er bis heute der Tag der Erstkommunion. Vierzig Tage nach Ostern folgt Christi Himmelfahrt, am fünfzigsten Tag Pfingsten.
Bräuche rund ums Fest
Viele Osterbräuche haben einen christlichen Kern. Das Ei, in der Fastenzeit früher nicht gegessen, wurde am Ostermorgen gesegnet und verschenkt; es gilt als Zeichen für neues Leben, das aus scheinbar totem Gehäuse bricht. Die Speisensegnung am Ostermorgen mit Brot, Salz, Schinken und Eiern ist vor allem in Bayern und Österreich lebendig. Das Osterfeuer, in Norddeutschland oft riesig, knüpft an das Feuer der Osternacht an.
Wer die Fastenzeit bewusst begangen hat, versteht die Wucht dieses Festes am besten. Wie diese Vorbereitung aussehen kann, beschreibt der Beitrag über die Fastenzeit. Und warum die Osterliturgie so gefeiert wird, wie sie gefeiert wird, erklärt der Blick auf die Liturgiereform des Konzils.
Zum Weiterlesen: Osterdatum in der Wikipedia · Osternacht in der Wikipedia