Hier war es in letzter Zeit ein bisschen ruhiger; ich hatte einfach keine freie Zeit, obwohl ich Ferien hatte. Heute ging die Schule wieder los und plötzlich hat man wieder Zeit, ganze vier Freistunden am heutigen Vormittag. Erstmal an den PC gesetzt und dort KathSpace entdeckt. Dann einen Kaffee aufgesetzt und die Süddeutsche Zeitung gelesen. Dort heisst es unter Anderem:
Gabriele Amorth, 83, römischer Priester und Exorzist, gibt dem Teufel die Schuld an der Wirtschaftskrise: “Wo Spaltung und Unsicherheit herrschen, regiert Satan”, sagte er der italienischen Website pontifex.roma. Der Teufel bediene sich der Wirtschaftsexperten und Investoren, indem er ihnen falsche Entscheidungen eingebe und so Krisen erzeuge, sagte der Geistliche. Die Stärke des Teufels liege Amorth zufolge im unbemerkten Wirken: “Der größte Sieg des Dämonen ist, glauben zu machen, dass es ihn nicht gibt.”
Gabriele Amorth hat natürlich Recht, wer den Teufel leugnet, der lästert Gott. Gottes größtes Geschenk an den Mensch ist der Freie Wille, aber ist es Gottes Wille, dass Böses im Namen des Freien Willen getan wird? Ich denke mal nicht. Das 20. Jahrhundert ist voll von Verbrechen, die NICHT dem Willen des Menschen entsprungen sein können, zu solch Grausamkeiten ist der Menschvon Natur aus nicht fähig. Wer die Existenz des Teufels bestreite, versucht Gott die Schuld für das Übel in die ‘Schuhe zu schieben’.
Allgemein schwanke ich aber, ob es vermessen/ politisch unkorrekt/ weltfern ist, die Existenz der Finanzkrise anzuzweifeln; für mich törichten Jungerwachsenen gibt es einfach zu viele Widersprüche.
Ein anderer interessanter Artikel ist neben der Print-Ausgabe auch Online erschienen. Er beginnt wie folgt:
Die Bibel liest sich besser als die meisten Texte derer, die sie von Amts wegen auslegen – der Eindruck drängt sich auf, wenn man die Predigten und Botschaften von [...] deutschen Bischöfen zu Weihnachten und Neujahr gelesen hat [...]. “Nicht menschliche Macht ist gefragt”, liest man da, “sondern Bedürftigkeit, die um ihr Angewiesensein auf die heilsame Gnade Gottes weiß” (Baden, ev.). “Die vollständige Verzweckung des Menschen” wurde getadelt, “die neuheidnische Vergleichgültigung” dazu, während Jesus “keine Berührungsängste vor der menschlichen Geschöpflichkeit” besessen habe (Fulda, kath.).
Der Artikel bietet einen wunderbar neutralen Überblick über die Predigten, ohne den Namen des jeweiligen Bischofs zu nennen (die vermeintliche Ausnahme bildet hier ‘Who-is-Huber’, der natürlich kein Bischof ist). So eine Zusammenschau wünsche ich mir öfter!
Zu diesem Thema möchte ich noch kurz aus der Vorauspublikation der “Grundordnung des römischen Messbuches” (z. dt.: Einleitung – 12. Juni 2007) zitieren, welche zwar bereits approbiert ist, aber ausdrücklich keinen rechtlich verbindlichen Charakter (Kard. Meisner) besitzt:
66. In der Regel hat der zelebrierende Priester selbst die Homilie zu halten, oder sie ist von ihm einem konzelebrierenden Priester zu übertragen, manchmal gegebenfalls auch einem Diakon, niemals jedoch einem Laien. In Besonderen Fällen und aus einem gerechten Grund kann die Homilie auch vom Bischof oder von einem Priester gehalten werden, der an der Feier teilnimmt, ohne dass er konzelebrieren kann.