16.06. Hl. Benno
Mittwoch, 16. Juni 2010Zum heutigen Hochfest des hl. Benno der Beginn der Predigt von Weihbischof Engelbert Siebler zur Neueröffnung meiner Heimatkirche 1993:
Ungewöhnlich für einen Bischof ist das Schicksal des hl. Benno von Meißen schon: 1075 wurde er von König Heinrich IV. eingesperrt, er musste flüchten, stand auf seiten des Gegenpapstes. Was sich zu seinen Lebzeiten abzeichnete, ging nach seinem Tod weiter: nicht einmal dem toten Heiligen war Ruhe gegönnt: 170 Jahre nach seinem Tod wurden seine Gebeine erhoben, 400 Jahre nach seinem Tod wurde er heiliggesprochen, 1524 erschien eine Schmähschrift Martin Luthers gegen den neuen Heiligen, sein Grab wurde aufgebrochen, seine Statue öffentlich enthauptet. Heimlich wurden seine Reliquien geflüchtet, bis sie schließlich im fernen Bayern ihre Ruhe fanden. 1580 haben sie in der Frauenkirche eindlich eine würdige Bleibe gefunden.
Die Kirchenkonstitution des II. Vatikanischen Konzils hat geschrieben: “Die Kirche schreitet zwischen den Verfolgungen der Welt und den Tröstungen Gottes auf ihrem Pilgerweg dahin und verkündet das Kreuz und den Tod des Herrn, bis er wiederkommt” (LG 8). An diesem Schicksal der Kirche hat der hl. Benno in seinem Leben und nach seinem Tod Anteil. Insbesondere spiegelt sein Leben das Schicksal der deutschen Kirche zwischen Investiturstreit und Reformation wider. St. Benno stand immer im Widerspruch. An seiner Person schieden sich die Geister.













