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Archiv für die Kategorie ‘Blog-Intern’

Nachtwache

Mittwoch, 07. April 2010

Meine diesjährige Osternacht habe ich (mal wieder) als wunderschöne Nacht erlebt, dieses Jahr zum ersten Mal nicht in der Heimat sondern im Münchner Dom. Dort wurden auch alle (!) Lesungen gelesen und 12 Menschen in die Kirche aufgenommen (Taufe, Firmung, Erstkommunion).
Dieses Jahr habe ich es das erste Mal auch geschafft, meine kleine Osterkerze während des ganzen Gottesdienstes in der Hand zu halten und diese auch brennen zu lassen (während der Kommunion stellte ich sie kurz zur Seite; schließlich empfängt man das Blut Christi mit beiden Händen). An meine Heimatpfarrei wurde ich insofern erinnert, als dass die Mitfeiernden (wie sonst die kleinen Heimatministranten) an ihren Kerzen herumkratzten und mit dem Wachs herumklecksten. Und dabei waren (bist auf die Domministranten) alle älter als ich :-)

Meine schönste durchwachte Nacht durfte ich jedoch auf unserer Israelreise erleben, wo wir uns über Nacht (nach erfolgter Anmeldung bei den Patres & Mönchen) in die Grabeskirche einsperren ließen. Diese Nacht war einfach wunderschön!
Während man tagsüber oft 30 Minuten und mehr anstehen muss, um dann für 5 Sekunden zu dritt eine Kniebeuge am Heiligen Grab machen zu können, so konnten wir in dieser Nacht auch einzeln über eine halbe Stunde am Grab beten, ohne dass ein Mönch kam, der einen gleich weiterschickt. HERRLICH!!!
Um 23:30 Uhr lauschten wir der Vigil der Franziskaner und konnten anschließend die anderen Mönche beobachten, wie sie mit ihren sehr unterschiedlich klingenden und duftenden Weihrauchfässern die Kirche durchräucherten. Später konnten wir auf Golgota die Liturgie der griechisch-orthodoxen Mönchen verfolgen. Nach und nach feierten dann die einzelnen Konfessionen ihre Gottesdienste (mit genau festgelegten Zeiten) und wir konnten leider nicht mehr direkt zum Hl. Grab. In den unzähligen Kapellen fand jeder von uns Seminaristen seinen privaten Lieblings-Gebetsort (ich war gerne in der Kreuzauffindungs- und in der Adamskapelle). Da bekanntlich “der Geist willig aber das Fleisch schwach ist” fielen mir auch mal kurz die Augen zu …

Nachdem die Kirche morgens aufgesperrt wurde, gingen wir in unsere Unterkunft, wo wir uns kurz stärkten (vielen Dank an die nette Schwester!) und dann auf die Dachterrasse gingen, wo wir kurz Gitarre spielten und den Sonnenaufgang beobachteten. Danach gingen und beteten wir (es war Freitag) mit allen Mitbrüdern den Kreuzweg und feierten in der Grabeskirche hl. Messe.
Anschließen besuchten wir die Kirche St. Peter vom Hahnenschrei und machten dann einen etwas längeren Mittagsschlaf ;)

Sonnenaufgang über

den Dächern

Jerusalems

Minimal müde aber überglücklich

nach der durchwachten Nacht


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