S. E. H. gewidmet:
Sonntag, 18. April 2010Ich kann nur unterstreichen, wie sehr mich im ersten Kanon, dem römischen, das Gebet für die Priester sehr beeindruckt: »Nobis quoque peccatoribus«. Mit dieser realistischen Demut der Priester bitten wir gerade als Sünder den Herrn, daß er uns helfe, seine Diener zu sein. In diesem Gebet für den Priester und nur in diesem, erscheinen sieben Frauen, die den Priester umringen. Sie sind die gläubigen Frauen, die uns auf unserem Weg helfen. Sicher hat jeder diese Erfahrung gemacht. Und so hat die Kirche den Frauen viel zu verdanken. Zu Recht haben Sie unterstrichen, daß die Frauen auf charismatischer Ebene viel für, so würde ich zu sagen wagen, die Leitung der Kirche tun, angefangen bei den Ordensschwestern, den Schwestern der großen Kirchenväter wie des hl. Ambrosius bis hin zu den großen Frauen des Mittelalters – der hl. Hildegard, der hl. Katharina von Siena, dann der hl. Teresa von Ávila – und zu Mutter Teresa. Ich würde sagen, daß dieser charismatische Bereich sich vom Amtsbereich im eigentlichen Sinne sicher unterscheidet, aber es ist eine wahre und tiefe Teilhabe an der Leitung der Kirche. Wie könnte man sich die Leitung der Kirche ohne diesen Beitrag vorstellen, der manchmal deutlich sichtbar wird, z.B. als die hl. Hildegard an den Bischöfen Kritik übte, oder als die hl. Birgitta und die hl. Katharina von Siena die Päpste ermahnten, nach Rom zurückzukehren und dies auch erreichten? Dies ist immer ein entscheidender Faktor, ohne den die Kirche nicht leben kann.
[Benedikt XVI.: Ansprache an den Klerus von Rom, 02.03.2006]













