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Archiv für die Kategorie ‘B XVI’

Kreuzerhöhung: “Er hat sich dem Tod überliefert,

Montag, 14. September 2009

durch seine Auferstehung den Tod bezwungen und das Leben neu geschaffen.”:

Im Credo bekennen wir über Christi Weg: Er ist hinabgestiegen in das Reich des Todes… Die Liturgie wendet auf den Abstieg Jesu in die Nacht des Todes das Wort des Psalms 23 (24) an: „Ihr Tore, hebt euch nach oben; tut euch auf, ihr uralten Pforten!“ Die Tür des Todes ist verschlossen, niemand kann je zurückkommen. Es gibt keinen Schlüssel zu dieser ehernen Tür. Christus aber hat den Schlüssel. Sein Kreuz reißt die Tore des Todes auf, die unwiderruflichen. Sie sind nicht mehr unwiderruflich. Sein Kreuz, die Radikalität seiner Liebe ist der Schlüssel, der dieses Tor öffnet. Die Liebe dessen, der als Gott Mensch wurde, um sterben zu können, sie hat die Kraft, die Tür zu öffnen. Diese Liebe ist stärker als der Tod.
Die Oster-Ikonen der Ostkirche zeigen, wie Jesus hineintritt in die Welt der Toten. Sein Gewand ist Licht, denn Gott ist Licht. „Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis wie Licht“ (Ps 138 [139], 12). Jesus, der in die Totenwelt hineintritt, trägt die Wundmale: Seine Verwundung, sein Leiden ist Macht geworden, ist Liebe, die den Tod überwindet. Er begegnet Adam und allen in der Nacht des Todes wartenden Menschen. Man glaubt bei ihrem Anblick förmlich, das Gebet des Jona zu hören: „Aus der Tiefe der Unterwelt schrie ich um Hilfe, und du hörtest meinen Ruf“ (Jona 2, 3).
Der Sohn Gottes hat sich in der Inkarnation mit dem Wesen Mensch – mit Adam geeint. Aber erst in dem Augenblick, in dem er den letzten Akt der Liebe vollzieht und absteigt in die Nacht des Todes, vollendet er den Weg der Inkarnation. Durch sein Sterben nimmt er Adam, nimmt er die wartenden Menschen an die Hand und führt sie ans Licht.

[Benedikt XVI.; in der heutigen ETfT-Mail, © Libreria Editrice Vaticana]

Das Gewissen unserer Zeit

Dienstag, 18. August 2009

Auf FreieWelt.net habe ich einen Bericht über einen Vortrag von Prof. Vincent Twomey über Benedikt XVI. gefunden. Dieser Vortrag bezieht sich auf das gleichnamige Buch des Professors, welches vermutlich äußerst lesenswert und eine Anschaffung wert ist.

Ordensfrau fährt zu schnell zum Papst

Samstag, 18. Juli 2009

Aus Sorge um die Gesundheit des Papstes ist in Italien eine Ordensfrau zu schnell mit dem Auto gefahren, sie wurde von der Polizei angehalten und darf nun einen Monat lang nicht mehr Auto fahren. Statt erlaubten 130 Stundenkilometer fuhr sie mit ihren Begleiterinnen jedoch 180 Stundenkilometer. Schade, dass die Polizei die Sorge der Ordensfrauen um den Heiligen Vater nicht versteht.

Bericht bei B.Z.

Gute Besserung, Heiliger Vater!

Freitag, 17. Juli 2009

In der heutigen Nacht brach sich Papst Benedikt XVI. in seiner Urlaubsresidenz in Les Combes/ Aostatal das rechte Handgelenk. Er ist im Badezimmer ausgerutscht und unglücklich gelandet. Morgens zelebrierte er noch die Heilige Messe und nahm das Frühstück zu sich, anschließend wurde er im Krankenhaus untersucht und behandelt. Mittlerweile ist das Handgelenk geröngt, operiert und eingegipst worden. Der Heilige Vater hat das Krankenhaus am Nachmittag verlassen und befindet sich schon wieder in seiner Urlaubsresidenz.

Ich wünsche gute Besserung, eine schnelle und unkomplizierte Genesung der Hand sowie einen hoffentlich erholsamen restlichen Urlaub!

Kirche und Wirtshaus

Donnerstag, 09. Juli 2009

Noch einmal etwas anderes ist es, wenn nach der Liturgie die dort gesammelte Freude zum >>weltlichen<< Fest wird, das sich im gemeinsamen Mahl und Tanz ausdrückt und dabei doch den Grund der Freude nicht aus dem Auge verliert, der ihr auch Richtung und Maß gibt. Diese Verbindung von Liturgie und heiterer Weltlichkeit (>>Kirche und Wirtshaus<<) hat immer als typisch katholisch gegolten und ist es auch.
[Joseph Ratzinger: Der Geist der Liturgie - Eine Einführung]

Pfarrfeste, Primizfeierlichkeiten, Frühschoppen, Agape-Feiern …

Caritas in veritate

Dienstag, 07. Juli 2009

Heute ist die neue Enzyklika von Papst Benedikt XVI. veröffentlich worden, unterzeichnet am 29. Juni, dem Hochfest der Apostel Petrus und Paulus. Die Enzyklika trägt den Titel “Caritas in veritate – Die Liebe in der Wahrheit” und befasst sich mit “Der Krise”.

16.06. Hl. Benno

Dienstag, 16. Juni 2009

Sankt Benno, Bischof hoch in Ehren
Du treuer Schirmherr unsrer Stadt,
die, alles Unheil abzuwehren,
sich deinem Schutz empfohlen hat:
Bewahre sie vor Krieg und Stürmen,
vor Drangsal in verworrner Zeit,
dass Friede sei in ihren Türmen,
in jedem Haus Geborgenheit.

Sankt Benno, der um Recht und Treue
Verbannung und Verfolgung trug,
sieh auf dein Volk, dem stets aufs neue
die Zwietracht bittre Wunden schlug.
Lehr uns, den Nachbarn zu verstehen,
dem Ungeliebten zu verzeihen,
den Bruder auch im Fremden sehen,
von Herzen allen offen sein.

Sankt Benno, halte uns im Glauben,
der uns den Weg zum Leben führt.
Wehr ab die Mächte, die ihn rauben!
Sei unsrer Stadt ein guter Hirt!
Entzünde Gottes Licht aufs neue,
hol das Verlorne aus der Nacht,
dass unser Herr in seiner Treue
die Stadt zu seiner Wohnung macht.
Text: Marie Luise Thurmair, 1980
Melodie : „Nun singt ein neues Lied dem Herren“
(Gotteslob Nr. 262)

Mit diesem Lied begann am heutigen Tag die Hl. Messe in unserer Pfarrei. (Das richtig große und feierliche Patroziniumsfest begeht unsere Gemeinde erst am Sonntag.) Da das Gedenken an den Heiligen Benno in der Stadt München als Hochfest begangen wird, war die Messe dementsprechend feierlich, mit Gloria und “allem Drum-und-Dran”. Das Tagesgebet:

Treuer Gott,
du hast dem heiligen Bischof Benno
den Mut gegeben, in den Wirren seiner Zeit
unbeirrt den Weg des Glaubens zu gehen.
Zeige auch uns deine Wege
und stärke unser Vertrauen auf deine Hilfe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.

Die Altarplatte ist “zufälligerweise” 96*96 cm groß, sie repräsentiert die 96 Lebensjahres von Benno (das schreibe ich natürlich nicht à  la Ich-bin-besser-weil … sondern nur aus Hang zum Informieren und Mitteilen). Ferner existiert die “St. Benno-Gilde”, gegründet zur Förderung, Forschung und Frömmigkeit für den Hl. Benno. Das erste Mitglied ist zufälligerweise Joseph Ratzinger, der einst am Bennofest 1980 wie folgt predigte:

Fisch und Schlüssel sind uralte christliche Symbole. Der Fisch ist das geheimnisvolle Zeichen des Herrn, der in die Wasser dieser Welt und dieser Geschichte herabgestiegen ist. In diesem Zeichen konnten in der Zeit der Verfolgung die Christen sich gegenseitig erkennen und miteinander zu ihrem Herrn bekennen. Die Schlüssel verweisen auf die Vollmacht des Bindens und Lösens, die zuerst dem Petrus und dann den Zwölfen übertragen worden ist. Sie verweisen so auf das bischöfliche Amt, auf die Gemeinschaft der Bischöfe mit dem Nachfolger des heiligen Petrus. Die Bischöfe erscheinen als die Türhüter im Haus des Glaubens, gleichsam als die Hausverwalter, die der Herr für sein Haus bestellt hat. Beides ist aufeinander verwiesen: die Schlüssel kommen aus dem Fisch – Christus ist der Erzhirte. Am Ende kann immer nur er die Schlüssel der Kirche verwahren in dunklen und in hellen Zeiten, am Ende kann nur er die Schlüssel geben.

“Benno” kann natürlich auch als Kurzform von “Benedikt” gesehen werden, und ist somit nicht nur der Name eines “Preissn” (wie Georg heute schon ironisch anmerkte), sondern steht für Europa. Und wäre Luther nicht gewesen, wären die Reliquien Bennos heute vermutlich nicht im Münchner Liebfrauendom ;)

Bitten und Gebet um Erhalt der kirchlichen Einheit

Mittwoch, 10. Juni 2009

Gebet für den Heiligen Vater
Laßt uns beten für unseren Papst Benedikt XVI. Der Herr erhalte ihn und stärke ihn und mache ihn glücklich auf Erden und übergebe ihn nicht in die Hände seiner Feinde! Vater unser… Gegrüßet seist du, Maria…

Gebet für unseren Bischof
Lasset uns beten für unseren Bischof, Reinhard. Er möge in Deiner Kraft, o Herr, Deine Herde weiden. Herr Jesus Christus, Du Hirte und Haupt Deiner Kirche, wir bitten Dich, steh unserem Oberhirten mit der Kraft Deines Segens bei, daß er an uns Deine Stelle vertritt, uns entflammt durch seinen Eifer, uns beschämt durch seinen Wandel, uns trägt durch seine Liebe, uns stärkt durch seine Geduld, uns segnet durch seine Gebete, uns weidet durch seine Lehre und uns reinigt und läutert zu Deinem heiligen Volke und zum unbefleckten Gottesdienst im Geist und in der Wahrheit. Der Du lebst und herrschest mit Gott dem Vater in der Ewigkeit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. (Bischof J. M. Sailer)

Maria, Schutzherrin der Kirche
Maria, du mächtige Jungfrau, du bist die hohe, ruhmvolle Schützerin der Kirche, die wunderbare Hilfe der Christen. Du bist furchtbar wie ein zum Kampf gerüstetes Kriegsheer. Du allein hast alle Irrlehren auf der ganzen Welt vernichtet. In unseren Nöten, unseren Kämpfen, unseren Bedrängnissen schütze uns wider den Feind, und in der Stunde unseres Todes nimm unsere Seele auf in den Himmel! Amen. (Hl. Don Bosco)

Bitten und Gebet um Erhalt der kirchlichen Einheit anläßlich der Aufhebung der Exkommunikation der vier von Erzbischof Lefebvre geweihten Bischöfe durch Papst Benedikt XVI.

[Aufmerksam gemacht durch David Ianni]

Pope2you

Samstag, 23. Mai 2009

Anläßlich des morgigen 43. Welttags für soziale Kommunikationsmittel hat der Heilige Stuhl die Webseite “Pope2you” ins Leben gerufen. Zweck ist es, Ansprachen und Reden des Heiligen Vaters auch Jugendlichen leicht zugänglich zu machen (d.h. man möchte ihnen das langwierige Googlen oder den Besuch der Vatikan-Seite ersparen und ihnen die Informationen gesammelt darbieten). Hoffen wir das Beste!

Pope2you

Botschaft des Heiligen Vaters

Video der Präsentation der Botschaft

Päpstliche Reise in das Heilige Land

Donnerstag, 07. Mai 2009

Morgen reist der Papst als “Pilger des Friedens” in das von Unheil und Krieg überzogene Heilige Land. Als Stimme der Vernunft wird er natürlich von vielen Menschen ignoriert, besonders von gewaltätigen Demonstranten und israelischen Regierungsmitgliedern, welche sich der Zweistaaten-Lösung verschließen. Miteingeschlossen ist natürlich Frau Knobloch, welche gerne das “Blaue vom Himmel” herunterlügt, um irgendwelche “Eklats” zu inszenieren. Aber genug des Pessismismus, beten wir für diese Reise und vertrauen sie dem Schutz des Allmächtigen an.

Operation “Alter Freund” – Welt.de

“Nano-Bibel” für BXVI

Sonntag, 26. April 2009

0,5 mm² ist sie groß klein, die Nano-Bibel. Sie enthält die komplette hebräische Bibel, lesbar ist sie leider nur unter einem Elektronenmikroskop. Gedacht ist sie als Geschenk für Papst Benedikt XVI.

Weitere Informationen zur Herstellung

Jahrestag der Thronbesteigung Benedikt XVI.

Freitag, 24. April 2009

Amtseinführungsfeier des Papstes

[...] Wie verlassen fühlten wir uns nach dem Heimgang von Johannes Paul II., der gut 26 Jahre unser Hirt und Führer auf dem Weg durch diese Zeit gewesen war. Nun hatte er die Schwelle ins andere Leben – ins Geheimnis Gottes hinein überschritten. Aber er ging nicht allein. Wer glaubt, ist nie allein – im Leben nicht und auch im Sterben nicht. Nun konnten wir die Heiligen aller Jahrhunderte herbeirufen – seine Freunde, seine Geschwister im Glauben. Und wir wußten, daß sie gleichsam das lebendige Fahrzeug sein würden, das ihn hinüber- und hinaufträgt zur Höhe Gottes. Wir wußten, wenn er ankommt, wird er erwartet. Er ist unter den Seinen, und er ist wahrhaft zu Hause. [...]

“Wer glaubt, ist nie allein.” Welch Wahrheit, welch Zuspruch, welch Ermutigung liegt in dieser Aussage! Ich liebe diese Predigt, sie ermutigt mich jedes Mal öfter und stärker, für meinen Glauben einzutreteten und von ihm offen zu erzählen. ICH darf mich in eine lange Reihe von Gläubigen einreihen, die genauso geglaubt haben wie ich. Mein Glaube mag zu klein sein, vollends in ihre Fußstapfen zu treten; doch ich bin mutig genug, ihren Spuren zu folgen.

Beten wir für all die Heiligen, die uns vorangehen, die uns leiten, führen, begleiten.
Beten wir für den Diener Gottes, Johannes Paul II., dass er über uns wacht.
Beten wir für unseren Heiligen Vater Benedikt XVI., dass er die Kirche weiterhin so sicher, so mutig, so treu durch die Zeiten lenkt.
Beten wir für ihn, unseren Hirt und Lenker, dass er uns weiterhin ein solch gütiger und barmherziger Schäfer ist.
Beten wir für ihn, dass er weiterhin so offen und kraftvoll Zeugnis ablegt und uns allen ein Vorbild bleibt.
Beten wir für die Gemeinschaft der Bischöfe, dass sie unseren Heiligen Vater beschützen, verteidigen und zu ihm stehen.
Beten wir für uns, dass wir wahrhaft glauben, fest glauben und uns vollends in den Schutz Gottes und seiner Heiligen stellen.

82 Jahre Joseph Ratzinger

Donnerstag, 16. April 2009

Zum Geburtstag des Heiligen Vaters gratuliere ich von ganzem Herzen!

Ad multos annos!

Papstpredigt bei der Chrisammesse

Donnerstag, 09. April 2009

Übersetzter Originaltext bei Zenit

Video bei lux aeternitatis

Gebet für die päpstliche Reise in das Heilige Land

Donnerstag, 02. April 2009

Herr Jesus, im Nachfolger Petri hatte die Kirche in der Geschichte immer einen Leiter und einen Hirten, der den zu gehenden Weg zur Erfüllung des Willens Gott Vaters zeigte. Dir vertrauen wir diese Monate der Vorbereitung des Besuchs unseres Papstes Benedikt an. Spende uns deinen Heiligen Geist, damit wir uns im Gebet vorzubereiten wissen, damit dieser Besuch für das Heilige Land ein Moment der Erneuerung und der besonderen Gande sei.
Amen.

Zu Pfarrgemeinderäten

Montag, 30. März 2009

Pfarrgemeinderäte sind ein “Geschenk des Heiligen Geistes” und “bezeugen die Anwesenheit des Heiligen Geites in der Kirche”; sagt Papst Benedikt XVI. Ich finde es toll, dass der Papst (wie schon so oft, so auch dieses Mal wieder) die Mitarbeit und den Wert der Arbeit von Laien in der Kirche hervorhebt. Schade, dass die Bekenntnisse des Heiligen Vaters zum 2. Vatikanischen Konzil den Gläubigen (im deutschen Sprachraum) kaum zugänglich bzw. öffentlich gemacht werden; vermeintliche Abweichungen jedoch breit getreten und mit viel Phantasie ausgeschmückt werden.

Joseph Ratzingers Pallium

Sonntag, 29. März 2009

Zwischendrin einmal eine Frage an die verehrte Leserschaft:

Was ist mit Joseph Ratzingers Pallium passiert, als er in den Jahren 1982 – 2005 kein Metropolitanbischof war?

“Ein Mann hatte zwei Söhne”

Samstag, 14. März 2009

Wenn man dieses Gleichnis betrachtet, dann darf man nicht die Gestalt des erstgeborenen Sohnes vergessen. In gewissem Sinne ist sie nicht weniger wichtig als die seines jüngeren Bruders, denn man könnte auch und vielleicht mit mehr Recht vom Gleichnis der zwei Brüder sprechen. Mit der Gestalt der zwei Brüder stellt sich der Text gleichsam ins Herz einer langen biblischen Geschichte, die beginnt mit der Geschichte von Kain und Abel, die wieder aufgegriffen wird mit den Brüdern Isaak und Ismael, Jakob und Esau und interpretiert wird in verschiedenen Gleichnissen Jesu. In der Predigt Jesu beziehen sich die Gestalten der beiden Brüder vor allem auf das Problem zwischen Israel und den Heiden… Als es entdeckt, dass die Heiden gerufen sind, ohne auf die Befolgung des Gesetzes verpflichtet zu werden, äußert Israel seine Bitterkeit darüber: „So viele Jahre schon diene ich dir, und niemals habe ich auch nur ein einziges deiner Gebote übertreten.“ Mit den Worten: „Mein Sohn, du bist immer bei mir und alles, was mir gehört, gehört auch dir“ lädt die Barmherzigkeit Gottes Israel ein, einzutreten.
Doch die Bedeutung dieses erstgeborenen Bruders ist noch weiter gefasst. In einem gewissen Sinne stellt er den frommen Menschen dar, das heißt alle, die beim Vater geblieben sind, ohne seinen Geboten ungehorsam zu sein. Als der Sünder zurückkehrt, erwacht der Neid, dieses Gift, das bis dahin auf dem Grund seiner Seele verborgen war. Warum aber dieser Neid? Er zeigt auf, dass viele dieser „Frommen“ in ihrem Herzen die Sehnsucht nach dem fernen Land und seinen Verlockungen verborgen halten. Der Neid deckt auf, dass diese Personen nicht wirklich die Schönheit der Heimat verstanden haben, das Glück jenes „alles was mein ist, gehört auch dir“, die Freiheit, Kind des Eigentümers zu sein. Es scheint hier auf, dass sie im Geheimen das Glück des fernen Landes ersehnen… Und am Ende kommen sie nicht zum Festmahl; am Ende bleiben sie draußen…
Die Gestalt des erstgeborenen Bruders lässt uns Gewissenserforschung halten. Diese Gestalt erlaubt es uns, die erneute Interpretation der zehn Gebote in der Bergpredigt zu verstehen (vgl. Mt 5,28). Es ist nicht nur der äußere Ehebruch, der uns von Gott entfernt, sondern auch derjenige, der sich im Inneren vollzieht: Es ist gut möglich, zu Hause zu bleiben und gleichzeitig fortzugehen. In gleicher Weise müssen wir auch den „Überfluss“ verstehen, den Aufbau der christlichen Gerechtigkeit. Er lässt sich übersetzen mit einem „Nein“ zum Neid und einem „Ja“ zur göttlichen Barmherzigkeit.

[Joseph Ratzinger; ETfT in der heutigen E-Mail]

Brief des Heiligen Vaters

Mittwoch, 11. März 2009

Liebe Mitbrüder im bischöflichen Dienst!

Die Aufhebung der Exkommunikation für die vier von Erzbischof Lefebvre im Jahr 1988 ohne Mandat des Heiligen Stuhls geweihten Bischöfe hat innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche aus vielfältigen Gründen zu einer Auseinandersetzung von einer Heftigkeit geführt, wie wir sie seit langem nicht mehr erlebt haben. Viele Bischöfe fühlten sich ratlos vor einem Ereignis, das unerwartet gekommen und kaum positiv in die Fragen und Aufgaben der Kirche von heute einzuordnen war. Auch wenn viele Hirten und Gläubige den Versöhnungswillen des Papstes grundsätzlich positiv zu werten bereit waren, so stand dagegen doch die Frage nach der Angemessenheit einer solchen Gebärde angesichts der wirklichen Dringlichkeiten gläubigen Lebens in unserer Zeit. Verschiedene Gruppierungen hingegen beschuldigten den Papst ganz offen, hinter das Konzil zurückgehen zu wollen: eine Lawine von Protesten setzte sich in Bewegung, deren Bitterkeit Verletzungen sichtbar machte, die über den Augenblick hinausreichen. So fühle ich mich gedrängt, an Euch, liebe Mitbrüder, ein klärendes Wort zu richten, das helfen soll, die Absichten zu verstehen, die mich und die zuständigen Organe des Heiligen Stuhls bei diesem Schritt geleitet haben. Ich hoffe, auf diese Weise zum Frieden in der Kirche beizutragen.

Eine für mich nicht vorhersehbare Panne bestand darin, daß die Aufhebung der Exkommunikation überlagert wurde von dem Fall Williamson. Der leise Gestus der Barmherzigkeit gegenüber vier gültig, aber nicht rechtmäßig geweihten Bischöfen erschien plötzlich als etwas ganz anderes: als Absage an die christlich-jüdische Versöhnung, als Rücknahme dessen, was das Konzil in dieser Sache zum Weg der Kirche erklärt hat. Aus einer Einladung zur Versöhnung mit einer sich abspaltenden kirchlichen Gruppe war auf diese Weise das Umgekehrte geworden: ein scheinbarer Rückweg hinter alle Schritte der Versöhnung von Christen und Juden, die seit dem Konzil gegangen wurden und die mitzugehen und weiterzubringen von Anfang an ein Ziel meiner theologischen Arbeit gewesen war. Daß diese Überlagerung zweier gegensätzlicher Vorgänge eingetreten ist und den Frieden zwischen Christen und Juden wie auch den Frieden in der Kirche für einen Augenblick gestört hat, kann ich nur zutiefst bedauern. Ich höre, daß aufmerksames Verfolgen der im Internet zugänglichen Nachrichten es ermöglicht hätte, rechtzeitig von dem Problem Kenntnis zu erhalten. Ich lerne daraus, daß wir beim Heiligen Stuhl auf diese Nachrichtenquelle in Zukunft aufmerksamer achten müssen. Betrübt hat mich, daß auch Katholiken, die es eigentlich besser wissen konnten, mit sprungbereiter Feindseligkeit auf mich einschlagen zu müssen glaubten. Um so mehr danke ich den jüdischen Freunden, die geholfen haben, das Mißverständnis schnell aus der Welt zu schaffen und die Atmosphäre der Freundschaft und des Vertrauens wiederherzustellen, die – wie zur Zeit von Papst Johannes Paul II. – auch während der ganzen Zeit meines Pontifikats bestanden hatte und gottlob weiter besteht.

Eine weitere Panne, die ich ehrlich bedaure, besteht darin, daß Grenze und Reichweite der Maßnahme vom 21. 1. 2009 bei der Veröffentlichung des Vorgangs nicht klar genug dargestellt worden sind. Die Exkommunikation trifft Personen, nicht Institutionen. Bischofsweihe ohne päpstlichen Auftrag bedeutet die Gefahr eines Schismas, weil sie die Einheit des Bischofskollegiums mit dem Papst in Frage stellt. Die Kirche muß deshalb mit der härtesten Strafe, der Exkommunikation, reagieren, und zwar, um die so Bestraften zur Reue und in die Einheit zurückzurufen. 20 Jahre nach den Weihen ist dieses Ziel leider noch immer nicht erreicht worden. Die Rücknahme der Exkommunikation dient dem gleichen Ziel wie die Strafe selbst: noch einmal die vier Bischöfe zur Rückkehr einzuladen. Diese Geste war möglich, nachdem die Betroffenen ihre grundsätzliche Anerkennung des Papstes und seiner Hirtengewalt ausgesprochen hatten, wenn auch mit Vorbehalten, was den Gehorsam gegen seine Lehrautorität und gegen die des Konzils betrifft. Damit komme ich zur Unterscheidung von Person und Institution zurück. Die Lösung der Exkommunikation war eine Maßnahme im Bereich der kirchlichen Disziplin: Die Personen wurden von der Gewissenslast der schwersten Kirchenstrafe befreit. Von dieser disziplinären Ebene ist der doktrinelle Bereich zu unterscheiden. Daß die Bruderschaft Pius’ X. keine kanonische Stellung in der Kirche hat, beruht nicht eigentlich auf disziplinären, sondern auf doktrinellen Gründen. Solange die Bruderschaft keine kanonische Stellung in der Kirche hat, solange üben auch ihre Amtsträger keine rechtmäßigen Ämter in der Kirche aus. Es ist also zu unterscheiden zwischen der die Personen als Personen betreffenden disziplinären Ebene und der doktrinellen Ebene, bei der Amt und Institution in Frage stehen. Um es noch einmal zu sagen: Solange die doktrinellen Fragen nicht geklärt sind, hat die Bruderschaft keinen kanonischen Status in der Kirche und solange üben ihre Amtsträger, auch wenn sie von der Kirchenstrafe frei sind, keine Ämter rechtmäßig in der Kirche aus.

Angesichts dieser Situation beabsichtige ich, die Päpstliche Kommission „Ecclesia Dei“, die seit 1988 für diejenigen Gemeinschaften und Personen zuständig ist, die von der Bruderschaft Pius’ X. oder ähnlichen Gruppierungen kommend in die volle Gemeinschaft mit dem Papst zurückkehren wollen, in Zukunft mit der Glaubenskongregation zu verbinden. Damit soll deutlich werden, daß die jetzt zu behandelnden Probleme wesentlich doktrineller Natur sind, vor allem die Annahme des II. Vatikanischen Konzils und des nachkonziliaren Lehramts der Päpste betreffen. Die kollegialen Organe, mit denen die Kongregation die anfallenden Fragen bearbeitet (besonders die regelmäßige Kardinalsversammlung an den Mittwochen und die ein- bis zweijährige Vollversammlung), garantieren die Einbeziehung der Präfekten verschiedener römischer Kongregationen und des weltweiten Episkopats in die zu fällenden Entscheidungen. Man kann die Lehrautorität der Kirche nicht im Jahr 1962 einfrieren – das muß der Bruderschaft ganz klar sein. Aber manchen von denen, die sich als große Verteidiger des Konzils hervortun, muß auch in Erinnerung gerufen werden, daß das II. Vaticanum die ganze Lehrgeschichte der Kirche in sich trägt. Wer ihm gehorsam sein will, muß den Glauben der Jahrhunderte annehmen und darf nicht die Wurzeln abschneiden, von denen der Baum lebt.

Ich hoffe, liebe Mitbrüder, daß damit die positive Bedeutung wie auch die Grenze der Maßnahme vom 21. 1. 2009 geklärt ist. Aber nun bleibt die Frage: War das notwendig? War das wirklich eine Priorität? Gibt es nicht sehr viel Wichtigeres? Natürlich gibt es Wichtigeres und Vordringlicheres. Ich denke, daß ich die Prioritäten des Pontifikats in meinen Reden zu dessen Anfang deutlich gemacht habe. Das damals Gesagte bleibt unverändert meine Leitlinie. Die erste Priorität für den Petrusnachfolger hat der Herr im Abendmahlssaal unmißverständlich fixiert: „Du aber stärke deine Brüder“ (Lk 22, 32). Petrus selber hat in seinem ersten Brief diese Priorität neu formuliert: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die in euch ist“ (1 Petr 3, 15). In unserer Zeit, in der der Glaube in weiten Teilen der Welt zu verlöschen droht wie eine Flamme, die keine Nahrung mehr findet, ist die allererste Priorität, Gott gegenwärtig zu machen in dieser Welt und den Menschen den Zugang zu Gott zu öffnen. Nicht zu irgendeinem Gott, sondern zu dem Gott, der am Sinai gesprochen hat; zu dem Gott, dessen Gesicht wir in der Liebe bis zum Ende (Joh 13, 1) – im gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus erkennen. Das eigentliche Problem unserer Geschichtsstunde ist es, daß Gott aus dem Horizont der Menschen verschwindet und daß mit dem Erlöschen des von Gott kommenden Lichts Orientierungslosigkeit in die Menschheit hereinbricht, deren zerstörerische Wirkungen wir immer mehr zu sehen bekommen.

Die Menschen zu Gott, dem in der Bibel sprechenden Gott zu führen, ist die oberste und grundlegende Priorität der Kirche und des Petrusnachfolgers in dieser Zeit. Aus ihr ergibt sich dann von selbst, daß es uns um die Einheit der Glaubenden gehen muß. Denn ihr Streit, ihr innerer Widerspruch, stellt die Rede von Gott in Frage. Daher ist das Mühen um das gemeinsame Glaubenszeugnis der Christen – um die Ökumene – in der obersten Priorität mit eingeschlossen. Dazu kommt die Notwendigkeit, daß alle, die an Gott glauben, miteinander den Frieden suchen, versuchen einander näher zu werden, um so in der Unterschiedenheit ihres Gottesbildes doch gemeinsam auf die Quelle des Lichts zuzugehen – der interreligiöse Dialog. Wer Gott als Liebe bis ans Ende verkündigt, muß das Zeugnis der Liebe geben: den Leidenden in Liebe zugewandt sein, Haß und Feindschaft abwehren – die soziale Dimension des christlichen Glaubens, von der ich in der Enzyklika „Deus caritas est“ gesprochen habe.

Wenn also das Ringen um den Glauben, um die Hoffnung und um die Liebe in der Welt die wahre Priorität für die Kirche in dieser Stunde (und in unterschiedlichen Formen immer) darstellt, so gehören doch auch die kleinen und mittleren Versöhnungen mit dazu. Daß die leise Gebärde einer hingehaltenen Hand zu einem großen Lärm und gerade so zum Gegenteil von Versöhnung geworden ist, müssen wir zur Kenntnis nehmen. Aber nun frage ich doch: War und ist es wirklich verkehrt, auch hier dem Bruder entgegenzugehen, „der etwas gegen dich hat“ und Versöhnung zu versuchen (vgl. Mt 5, 23f)? Muß nicht auch die zivile Gesellschaft versuchen, Radikalisierungen zuvorzukommen, ihre möglichen Träger – wenn irgend möglich – zurückzubinden in die großen gestaltenden Kräfte des gesellschaftlichen Lebens, um Abkapselung und all ihre Folgen zu vermeiden? Kann es ganz falsch sein, sich um die Lösung von Verkrampfungen und Verengungen zu bemühen und dem Raum zu geben, was sich an Positivem findet und sich ins Ganze einfügen läßt? Ich habe selbst in den Jahren nach 1988 erlebt, wie sich durch die Heimkehr von vorher von Rom sich abtrennenden Gemeinschaften dort das innere Klima verändert hat; wie die Heimkehr in die große, weite und gemeinsame Kirche Einseitigkeiten überwand und Verkrampfungen löste, so daß nun daraus positive Kräfte für das Ganze wurden. Kann uns eine Gemeinschaft ganz gleichgültig sein, in der es 491 Priester, 215 Seminaristen, 6 Seminare, 88 Schulen, 2 Universitäts-Institute, 117 Brüder und 164 Schwestern gibt? Sollen wir sie wirklich beruhigt von der Kirche wegtreiben lassen? Ich denke zum Beispiel an die 491 Priester. Das Geflecht ihrer Motivationen können wir nicht kennen. Aber ich denke, daß sie sich nicht für das Priestertum entschieden hätten, wenn nicht neben manchem Schiefen oder Kranken die Liebe zu Christus da gewesen wäre und der Wille, ihn und mit ihm den lebendigen Gott zu verkünden. Sollen wir sie einfach als Vertreter einer radikalen Randgruppe aus der Suche nach Versöhnung und Einheit ausschalten? Was wird dann werden?

Gewiß, wir haben seit langem und wieder beim gegebenen Anlaß viele Mißtöne von Vertretern dieser Gemeinschaft gehört – Hochmut und Besserwisserei, Fixierung in Einseitigkeiten hinein usw. Dabei muß ich der Wahrheit wegen anfügen, daß ich auch eine Reihe bewegender Zeugnisse der Dankbarkeit empfangen habe, in denen eine Öffnung der Herzen spürbar wurde. Aber sollte die Großkirche nicht auch großmütig sein können im Wissen um den langen Atem, den sie hat; im Wissen um die Verheißung, die ihr gegeben ist? Sollten wir nicht wie rechte Erzieher manches Ungute auch überhören können und ruhig aus der Enge herauszuführen uns mühen? Und müssen wir nicht zugeben, daß auch aus kirchlichen Kreisen Mißtönendes gekommen ist? Manchmal hat man den Eindruck, daß unsere Gesellschaft wenigstens eine Gruppe benötigt, der gegenüber es keine Toleranz zu geben braucht; auf die man ruhig mit Haß losgehen darf. Und wer sie anzurühren wagte – in diesem Fall der Papst -, ging auch selber des Rechts auf Toleranz verlustig und durfte ohne Scheu und Zurückhaltung ebenfalls mit Haß bedacht werden.

Liebe Mitbrüder, in den Tagen, in denen mir in den Sinn kam, diesen Brief zu schreiben, ergab es sich zufällig, daß ich im Priesterseminar zu Rom die Stelle aus Gal 5, 13 – 15 auslegen und kommentieren mußte. Ich war überrascht, wie direkt sie von der Gegenwart dieser Stunde redet: „Nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander in Liebe! Das ganze Gesetz wird in dem einen Wort zusammengefaßt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Wenn ihr einander beißt und zerreißt, dann gebt acht, daß ihr euch nicht gegenseitig umbringt.“ Ich war immer geneigt, diesen Satz als eine der rhetorischen Übertreibungen anzusehen, die es gelegentlich beim heiligen Paulus gibt. In gewisser Hinsicht mag er dies auch sein. Aber leider gibt es das „Beißen und Zerreißen“ auch heute in der Kirche als Ausdruck einer schlecht verstandenen Freiheit. Ist es verwunderlich, daß wir auch nicht besser sind als die Galater? Daß uns mindestens die gleichen Versuchungen bedrohen? Daß wir den rechten Gebrauch der Freiheit immer neu lernen müssen? Und daß wir immer neu die oberste Priorität lernen müssen: die Liebe? An dem Tag, an dem ich darüber im Priesterseminar zu reden hatte, wurde in Rom das Fest der Madonna della Fiducia – unserer Lieben Frau vom Vertrauen – begangen. In der Tat – Maria lehrt uns das Vertrauen. Sie führt uns zum Sohn, dem wir alle vertrauen dürfen. Er wird uns leiten – auch in turbulenten Zeiten. So möchte ich am Schluß all den vielen Bischöfen von Herzen danken, die mir in dieser Zeit bewegende Zeichen des Vertrauens und der Zuneigung, vor allem aber ihr Gebet geschenkt haben. Dieser Dank gilt auch allen Gläubigen, die mir in dieser Zeit ihre unveränderte Treue zum Nachfolger des heiligen Petrus bezeugt haben. Der Herr behüte uns alle und führe uns auf den Weg des Friedens. Das ist ein Wunsch, der spontan aus meinem Herzen aufsteigt, gerade jetzt zu Beginn der Fastenzeit, einer liturgischen Zeit, die der inneren Läuterung besonders förderlich ist und die uns alle einlädt, mit neuer Hoffnung auf das leuchtende Ziel des Osterfestes zu schauen.

Mit einem besonderen Apostolischen Segen verbleibe ich
im Herrn Euer

[Benedictus PP. XVI]

Aus dem Vatikan, am 10. März 2009.

[Quelle: FAZ.net]

Gebet für unseren Heiligen Vater Benedikt und die Einheit der Kirche

Dienstag, 03. Februar 2009

Elsa lädt zum gemeinsamen Gebet für den Papst und die Einheit der römisch-katholischen Kirche ein. Ich bete mit, wer noch?

  • Wann: Heute, 03.02.09 um 15:00 Uhr
  • Was: Rosenkranz, freies Gebet, …

Die “Piusbrüder”

Dienstag, 27. Januar 2009

“Piusbrüder”, das Wort hab ich bis jetzt noch nie gehört oder irgendwo gelesen. Heute jedoch entdeckte ich bei ef-online folgenden tollen Artikel:

Die scheinheilige Lehre der politischen Korrektheit fordert von Zeit zu Zeit ihre Kampagnen gegen allzu freiheitlich-konservative Widersacher. Opfer werden als Exempel statuiert –Abschreckung funktioniert schließlich immer. Keiner soll glauben, dass man im „freiesten Staat deutscher Geschichte“ einfach so sagen und machen darf, was man will. Gestern Heitmann, Möllemann, Hohmann, Herman – und nun der Stellvertreter des Herrn auf Erden selbst; der Papst!

Wohl seit 1945 wurde in der deutschen Presse nicht mehr derart respektlos gegen den Heiligen Vater in Rom zu Felde gezogen. Die „Süddeutsche Zeitung“ spricht vom „Sündenfall des Papstes“, von einem „beschämenden“ und „bestürzenden Signal“ Benedikt des XVI. In den wiederkehrenden Kampagnen gegen Konservative werden immer wieder die seltsamsten Ankläger zum Schuldspruch hinzugezogen – Hauptsache, so scheint es, sie richten erbarmungslos. War es gegen Möllemann noch dessen langjähriger Erzfeind Paolo Pinkel und vor Kerners Tribunal gegen Eva Herman der berüchtigte kommunistische „Historiker“ Wippermann, so wird nun vom „Spiegel“, wer könnte es anders sein, die einstige DKP-Vorzeigetheologin und notorische Papst-Verächterin Uta Ranke-Heinemann aus der Mottenkiste geholt. Frau Professorin fällt denn auch wenig überraschend ihr Urteil: Benedikts Verhalten, so Heinemann im „Spiegel“, sei einfach, „in besonderem Maße untragbar und beschämend“.

Was war da geschehen? Grund für die Kampagne gegen Benedikt XVI. ist dessen Entscheidung vom Wochenende, die Exkommunikation von vier Bischöfen der traditionalistischen Pius-Bruderschaft rückgängig zu machen und diese wieder in die katholische Kirche zurückzuführen. Zu den vier Bischöfen gehört auch der Brite Richard Williamson, der in einem bereits im November aufgezeichneten und „zufälligerweise“ genau jetzt gesendeten Interview gegenüber einem schwedischen Fernsehsender eine in Deutschland strafbare Meinung kundtat, im Amtsdeutsch „den Holocaust leugnete“. Das Interview, in dem Williamson mit plötzlichen Fragen zur Geschichte offenbar überrascht wurde, war im Priesterseminar der Piusbruderschaft in Zaitzkofen bei Regensburg aufgenommen worden – die deutschen Meinungspolizei hat die Ermittlungen deshalb bereits aufgenommen. Bischof Williamson droht auf deutschem Boden die Inhaftierung. [...]

Die Piusbruderschaft erklärt den grundlegenden Unterschied zwischen „alter“ und „neuer Messe“ so: „In der Alten Messe feiern wir das Opfer unseres Herrn Jesus Christus am Kreuz, also das Geschehen vom Karfreitag; in der Neuen Messe feiert man das Herrenmahl, also ein Gedächtnis des Abendmahls vom Gründonnerstag. Tatsächlich aber hat unser Herr am Abend des Gründonnerstag im Kreis seiner Apostel das Karfreitagsopfer vorweggenommen, indem er sakramental unter den Gestalten von Brot und Wein seinen Opferleib und sein Opferblut gegenwärtig gemacht hat. Und eben dazu hat er die Apostel beauftragt, als er zu ihnen sprach: ‚Tut dies zu meinem Gedächtnis.’ Nicht ein Abendmahl sollten sie zu seinem Gedächtnis feiern, sondern ein Opfer, das Opfer seines Fleisches und Blutes unter den Gestalten von Brot und Wein.“ Ein Nebeneinander von alter und neuer Messe wird von der Piusbruderschaft strikt abgelehnt: „Die Alte Messe ist katholisch und predigt das Christkönigtum; die Neue Messe ist ökumenisch und demokratisch.“ [...]

Fundamentale Demokratiekritik und der positive Bezug auf die Monarchie gehen nun in der Tat weit über das hinaus, was die Heit-, Mölle-, Hoh- oder Hermänner an politisch Unkorrektem zu äußern sich erdreisteten. Und hier ist denn auch der eigentliche Grund für den wilden Aufschrei der Medien zu vermuten. Alleine, sie könnten sich mit Papst Benedikt am Ende mit dem Falschen angelegt haben. Sie ahnen es vermutlich und werden immer lauter. Die nächsten Tage könnten deshalb spannend werden.

Das Video mit der Holocaust-Leugnung im schwedischen TV jedenfalls dürfte dank „Spiegel“ und Co. über Youtube auch hierzulande Rekordeinschaltquoten verzeichnen. Dafür dürfen sich die Medien weit mehr schämen als der privathistorisch irrende Bischof. Und während die dem Zeitgeist hinterherlaufenden Amtskirchen mit Hobby-Theaterstück-Aufführungen vor leeren Kirchenrängen peinlich auffällig werden, dürfte das ohnehin steigende Interesse am katholischen Traditionalismus wie auf der anderen Seite an evangelikalen Freikirchen weiter zunehmen. Gedankt sei der Empörungsberichterstattung jener, die zwei- bis dreimal im Jahr Adolf Hitler in Nahaufnahme mit gut sichtbarem Hakenkreuz am Revers auf ihr „Spiegel“-Cover platzieren, damit die Auflage steige.

Gregor Hoppe vom ARD-Hörfunkstudio Rom kommentiert in der Tagesschau: „Der Papst will seine Kirche offenbar gesundschrumpfen, zurück auf eine noch kleinere, dafür aber erzkonservative Klientel. Und nimmt dabei in Kauf, dass ihm alle anderen davonlaufen.“ Vieles spricht für die Umkehrung dieser These: Konservative Kirchen (und vorneweg der „Popstar unserer Zeit“, der „ultrakonservative“ Papst Benedikt) haben großen Zulauf. Die 68er-(Ex-)Zeitgeistkirchen aber mit all ihrem antikapitalistischen Öko- und Drittweltklimbim – beispielhaft sei die großspurige Coca-Cola-Boykottkampagne des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) genannt – sind längst nur noch zum Davonlaufen. Und die Mainstreammedien? Würden sie ihre Wächterfunktion gegenüber der Politik oder auch nur ihren eigenen antifaschistischen Anspruch wirklich ernst nehmen, müssten sie sich gerade jetzt einsetzen für die Meinungsfreiheit des Bischofs und gegen die jedem intelligenten Menschen unwürdige und in unseligster Tradition stehende Strafverfolgung falscher Meinungen in Deutschland. Das tun sie nicht. Vielmehr nehmen sie kurz nach dem Mannichl-Supergau mit einer abermaligen billigen Hysterie- und Schmierenkampagne in Kauf, dass ihnen auch noch die letzten gutgläubigen Zuschauer und Leser davonlaufen.

Mein Fazit ist identisch mit einem Textzitat, die nächsten Tage werden sicherlich spannend!

B XVIs Ansprache zur römischen Kurie

Dienstag, 23. Dezember 2008

Den Originaltext kennen die meisten Aktivisten und Demonstranten vermutlich nicht, aber das rechtfertigt ihre schwachsinnige Argumentation noch lange nicht. Kath.net kommentiert ganz passend:

Es ist die moderne Welt, die uns da entgegen kommt – und es ist schon lange keine Morgenröte mehr. Es ist eine Geistesströmung, mächtiger als der Amazonas, die zum Mainstream der Medien, der Universitäten und Politik geworden ist. Wer seine Stimme zu einem Einwand erhebt, wird da rasch ein „Hassredner“, von einem Terroristen kaum noch zu unterscheiden. Ja, es ist gefährlich geworden, gegen die Gender-Ideologie zu sein, in Redaktionen, in Wahlkreisen, und natürlich auch auf den Kanzeln. Und es macht sich gut und zahlt sich aus, radikal dafür zu sein. [...]
„Ganz Gallien“ scheint also besiegt. Ganz Gallien? Nein! In einem winzigen Winkel Europas, im Zwergstaat des Vatikans, hat der Papst noch einmal gewagt, in seinen weißen Gewändern jenes ältere Menschenbild Europas und der Christenheit in Erinnerung zu rufen, das es zu verteidigen gelte, wenn die Menschheit nicht insgesamt großen Schaden nehmen wolle. [...]
Anders als in Regensburg war ihm hier durchaus bewusst, auf welches Minenfeld er sich mit seinen wenigen Worten dieser in den „Menschen eingeschriebenen Botschaft“ begeben hat. Es ist auch die genetisch eingeschrieben Botschaft einer fundamentalen Ungleichheit des Menschen. Die Rede war nicht weniger brisant, diesmal jedoch nicht für das Verhältnis der Kirche zum Islam, sondern für das Verhältnis der Christen zum Imperium des Relativismus.
Es dauerte deshalb nur Stunden, bis dieses Imperium zurückschlug, nicht mehr wie zu Asterix’ Zeiten aus Rom, sondern heute aus London. Nur Stunden nach der Rede behauptete etwa BBC – und im Anschluss auch WELT ONLINE – der Papst habe gesagt, es sei „ebenso wichtig, die Menschheit vor homosexuellem oder transsexuellen Verhalten zu bewahren, wie den Regenwald zu schützen.“ Das aber hat er genau nicht gesagt. Benedikt XVI. hat nicht das Verhalten der Schwulen verteufelt, er hat es nicht einmal angesprochen. Er hat vom Menschenbild der Christenheit gesprochen, das es gegen das neue Menschenbild der allerneuesten Menschen zu verteidigen gelte.
Nichts eignet sich freilich heute schon besser als Totschlagargument als die so genannte „Homophobie“, die – wenn es so weiter geht – bald wohl allen anderen gesellschaftlichen Ächtungen den Rang abgelaufen hat. Jeder, der die katholische Kirche von Nahe kennt, ob in Rom oder an anderen Orten, weiß, dass in ihr de facto mehr Schwule wahre Heimat und ein respektiertes Unterkommen gefunden haben als in jeder anderen Groß-Organisation der Welt – wenn auch in einem fast ebenso aussichtslosen wie altertümlichen Bestreben nach Keuschheit, in dem viele Kleriker, ob Schwule wie Heteros, immer wieder auch der Versuchung der Unkeuschheit erliegen. Das freilich ist ein anderes Thema, um das es in der etwas anderen Weihnachtsrede des Papstes noch weniger ging als um ordinäres Schwulen-Bashing. In seiner Verteidigung einer Schöpfungsordnung, nach der Mann und Frau, die verschieden und auf den Erhalt der Menschheit hin geschaffen sind, hat Benedikt sich vielmehr mitten in eine höchst dramatische Auseinandersetzung begeben, die noch als einer unserer wesentlichen Konflikte die nahe und fernere Zukunft bestimmen wird.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Rom! Den Papst sehen

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Das erste, was man sieht, ist ein weißer Zipfel. Seltsam genug: Die Basilika „St. Paul vor den Mauern“ ist dicht gefüllt mit Menschen, man steht weit links im Seitenschiff, hat mächtige Säulen vor sich und ein mächtiges Rauschen aus Stimmen über sich – und dennoch sieht man sofort und sehr klar diesen Zipfel knapp über all den Köpfen, und sofort und sehr klar spürt man: Da ist der Papst. Irgendwann öffnet sich dann eine Lücke, durch die man einen raschen Blick auf die Gestalt werfen kann, die da in Weiß leuchtet, gekrönt von einem Käppchen, dem Pileolus, das seinerseits gekrönt ist von jenem weißen Zipfel, den man zuerst sah und auch jetzt überraschend klar sieht – ein Komma, das den Raum teilt, als wäre er ein überlanger Satz.

Zur Liturgie

Freitag, 07. November 2008

“Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche.”

(Joseph Ratzinger, Rückseite des 11. Bandes seiner ‘Gesammelten Schriften’)

Frechheiten

Sonntag, 19. Oktober 2008
  • Bittlinger fordert den Heiligen Vater auf, ein paar Schritte mit ihm zu gehen
  • Ranghohe Rabbiner fordern die Einstellung des Seligsprechungsverfahren für Papst Pius XII.

Immer diese frechen Forderungen, wo führt das noch hin? Müssen wir bald aufhören, an Gott zu glauben? Damit wir den Dialog der “Religionen” nicht behindern?

O Maria, Mutter der Barmherzigkeit und Zuflucht der Sünder, wir bitten dich, du wollest mit einem barmherzigen Auge auf die Völker herabblicken, welche in die Ketzerei und in das Schisma gefallen sind. Du bist der Sitz der Weisheit; erleuchte also ihren Verstand, der elend in die Finsternisse der Unwissenheit und der Sünde verstrickt ist, damit sie klar einsehen, daß die heilige, katholische, apostolische und Römische Kirche die einzig wahre Kirche Jesu Christi ist, außerhalb welcher es weder Heiligkeit noch Seligkeit gibt. Bewirke endlich ihre Bekehrung, indem du ihnen die Gnade erlangst, alle Wahrheiten unseres Glaubens anzunehmen, und sich dem Römischen Papste, dem Stellvertreter Jesu Christi auf Erden zu unterwerfern, so daß, wenn sie mit uns recht innig durch die süßen Bande der göttlichen Liebe vereinigt sind, es nur eine Herde gebe unter demselben Einen Hirten, und daß wir alle mit einander, o glorreiche Jungfrau, in der Freude unseres Herzens ewig singen können: Freue dich, o Jungfrau Maria, denn alle Ketzereien auf der ganzen Welt hast du allein vernichtet.
Amen.

Der Duft Gottes

Donnerstag, 09. Oktober 2008

Da ich gerade sowieso in der Vergangenheit krame, bin ich auf diesen Beitrag aus den blogozesanen Geheimarchiven gestoßen, dessen Herzstück ich euch natürlich nicht vorenthalten will:

Niemand kommt als Priester zur Welt

Dienstag, 07. Oktober 2008

Gesehen bei Alipius, hier die Übersetzung für diejenigen, die nicht als Englisch-Profi zur Welt kommen.

B XVI. schreibt

Dienstag, 09. September 2008

über Papst Paul VI., dass dieser “ehrlich und zutiefst in die Kirche verliebt” war. Ein mir nicht unbekanntes Gefühl. Wenn bei mir auch in der Präsens-Form.

Sogar der Papst ist ein Blauer!

Montag, 21. Juli 2008

Na wer sagts denn, sogar der Papst ist 1860-Fan!

(ACHTUNG: Dieses Bild ist eine von einer mir unbekannten Person erstellte Foto-Montage!)

Verwandte des Papstes ist Zeugin Jehovas

Freitag, 18. Juli 2008

Das ist ja mal interessant, die Großcousine des „Ratzinger Pepi“ ist Zeugin Jehovas …

Peter und Paul ‘08

Sonntag, 29. Juni 2008

Nach der gestrigen Priesterweihe hatten wir abends noch unseren “Anderen Gottesdienst”, mit einem nachgestelltem Gespräch zwischen Petrus und Paulus, die somit der Gemeinde das Leben der beiden erzählten und nahe brachten. Am heutigen Tag war auch bei uns ein großer Gottesdienst angesagt, unser Pfarrer verwendete sogar das erste Hochgebet. Das Ministrieren verlief heute leider nicht so einfach, mein Finger schmerzt immer noch (die Blutblase hat nun eine beachtliche Größe erreicht; bis zu 1,1 cm hoch, bis zu 2 cm dick und knappe 3 cm lang, aber Gott sei Dank schmerzt es nicht). Zeitgleich bekam Seine Exzellenz, der Hochwürdigste Herr Bischof Reinhard Marx im Petersdom vom Heiligen Vater das Pallium überreicht, somit ist er zu 99,9 % Erzbischof unserer Diözese (jetzt muss nur noch sein Wappen im Bogen über dem Mittelschiff eingesetzt werden). Der Papst trägt nun ebenfalls ein neues Pallium, in der Form den Pallien der übrigen Metropolitan-Bischöfen gleich, nur ein bisschen breiter und mit roten Kreuzern (anstatt von schwarzen) bestickt. Das “neue-alte” Pallium sieht meiner Meinung nach “besser” aus.


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