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Jugendkorbinian ’08 – II

Schee wars! Um kurz nach 6 per Auto zur S-Bahn (Danke an meinen Chaffeur), dann auf die sich verspätende S-Bahn warten. In der S-Bahn war es angenehm warm, nach der Laudes war mir auch im Herzen warm. Während der Fahrt habe ich dann noch ein bisschen Brotzeit gemacht und mich mit Tee noch mehr gewärmt. Um halb 8 war ich dann in Freising, knappe 5 Minuten später auf dem Domberg wo ich mir gleich ein Liedheft gekauft habe. Dort waren schon die ersten thematischen “Arbeiten” zu bestaunen, einen Bischofstab neben einer Putzstange. Das Motto “echt gerecht” wurde hier wohl auf die vermeintliche Benachteiligung der Frauen angewandt. Nach ein paar Gesprächen ging ich dann in den Dom zu meinem “Stammplatz” (wenn man das beim 2. Mal überhaupt sagen darf), also kurz hinter dem Altar am Boden. Dort gesellten sich drei junge Frauen aus der Pfarrei zu mir, welche ganz lässig mit dem Auto nach Freising gewallfahrtet waren; natürlich parkten sie auf einem Frauenparkplatz. Den ganzen Tag konnten wir also über “Mann/Frau – echt gerecht” diskutieren, natürlich im fairen Verhältnis von 1:3.
Während der Jugendchor (aus unserer Nachbarpfarrei) die Lieder probte und vorsang, füllte sich der Dom allmählich. Um 08:30 Uhr war es dann soweit, der Gottesdienst begann. “Auch wenn es vermessen wäre, Sie als Bischof in ihrem Dom Willkommen zu heißen, sage ich dennoch ‘Willkommen – auf Jugendkorbinian!’” Mit diesen Worten wurde Erzbischof Reinhard Marx begrüßt. Der Gottesdienst war natürlich voll “cool”, die Predigt war, wie immer, besonders gut. Ein absolutes “No-Go” war jedoch die Zugabe nach dem Schlußlied, “Aufstehn, Aufeinander zugehn”, vom erklärten Anti-Katholiken Clemens Bittlinger. Das ist mir aber scheinbar als Einziger aufgefallen, alle anderen haben treu mitgesungen.
Nach dem Gottesdienst gab es Mittagessen (“Krautspatzen”) und ganz viel und ganz leckeren Tee in den Korbi-Cups. Danach schauten wir im Kardinal-Döpfner-Haus beim Workshop von Berufe-der-Kirche vorbei, wo es darum ging, was man selbst als Einzelner gegen Ungerechtigkeit tun kann. Für mich hört sich der Untertitel des Leitmottos “Die Welt von morgen wird gerecht sein, oder sie wird nicht.” noch pessimistischer an als ich meistens zu denken wage, denn die Welt wird (für die nächsten paar Tausend Jahre) immer sein, egal was passiert. Man muss nur selbst bestimmen, was Welt ist und was nicht. Denn wenn sich die Gemeinde am Altar versammelt und dort (in gewissem Sinne) zur klassenlosen Gesellschaft wird, dann IST das gerecht. Das Reich Gottes hat schon begonnen, vorerst für Viele, vielleicht auch irgendwann für Alle. In seiner Predigt meinte Erzbischof Marx, dass es “Das Paradies” auf Erden sowieso nicht gibt und auch von Menschenhand nicht kreiiert werden kann. Aber auf dieser Gewissheit dürfen wir uns natürlich nicht ausruhen, sondern müssen weiterhin unser Bestes geben.
Danach ließ ich auf meinem Wallfahrerausweis noch das Jahr 2008 einstempeln und dann ging es in das Domgymnasium. Innen drin roch es nach Schule, oder zumindest bildete ich mir das ein. Ansonsten natürlich eine wunderschöne Schule, die ich (aus jetziger Sicht) vielleicht gerne besucht hätte. Schöne, helle Räume mit Kreuzern über den Klassenzimmertüren, perfekt! In der Aula fand die “Jamsession” statt, jeder Interessierte konnte ein Instrument spielen oder singen. Die Musik war anfangs recht lässig und schön, mittendrin leider nur noch Krach und zum Ende hin annehmbar. Danach durfte ich bei den Pfarreibekannten mit heimfahren, Danke!

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